Spermauntersuchung

In unserer Praxis gibt es zwei separate Spenderäume zur Spermagewinnung. Wenn Sie einen Spermiogrammtermin haben, werden Sie von einer unserer Labormitarbeiterinnen zum Spenderaum gebracht. Dort erhalten Sie einen sterilen Becher mit Ihrem Namen und können auch eventuell vorhandene Fragen stellen. Dann können Sie die Tür von Innen verschließen und haben genügend Zeit. Da die Auswertung des Spermiogramms einige Zeit dauert, können Sie gleich nach der Spermaabgabe die Praxis verlassen und das Ergebnis später telefonisch erfragen. Wir sind uns dessen bewusst, dass die Spermaabgabe in einer Arztpraxis für viele Männer unangenehm ist. Wir versuchen daher, Ihnen die Situation mit größtmöglicher Diskretion zu erleichtern. Im Spenderaum stehen einschlägige Zeitungen und Videos zur Verfügung und natürlich kann Sie Ihre Partnerin auch begleiten. Vor einer Untersuchung des Spermas sollte eine drei- bis fünftägige sexuelle Enthaltsamkeit eingehalten werden. Falls die Spermaabgabe in der Praxis für Sie gar nicht in Frage kommt, besteht auch die Möglichkeit, das Ejakulat zu Hause zu gewinnen und körperwarm zur Untersuchung in die Praxis zu transportieren.

Die Spermauntersuchung wird gleich im Anschluss in unserem Labor durchgeführt. Dabei werden unter dem Mikroskop die Anzahl (Konzentration), die Beweglichkeit (Motilität) und die Form (Morphologie) der Spermien beurteilt. Bei Verdacht auf eine Infektion, kann eine bakteriologische Untersuchung veranlasst werden. Der Spermiogrammbefund ist ausschlaggebend für unsere Therapieempfehlung. Allerdings sind Spermiogramme eines Mannes immer gewissen Schwankungen unterworfen, so dass oftmals zunächst die Kontrolle eines auffälligen Befundes vereinbart wird.

 

Wichtige Informationen zur Spermiogrammuntersuchung

Beurteilung des Spermiogramms
Normozoospermie Normale Ejakulatparameter
Oligozoospermie Spermienanzahl reduziert
Asthenozoospermie Spermienbeweglichkeit reduziert
Teratozoospermie Anteil von Spermien mit normaler Form reduziert
Oligoasthenoteratozoospermie    Anzahl, Beweglichkeit und Normalformen reduziert
Azoospermie keine Spermien im Ejakulat

 

WHO 2010 Normalwerte des Spermiogramms
Konzentration (Spermienanzahl) mindestens 15 Millionen/ml
Alle vorwärtsbeweglichen Spermien (Kategorien A+B) >=32 %
Lokal beweglich (A+B+C) >=40
Morphologie (Spermienform)
(hier unterschiedliche Richtlinien)
mindestens 4 % Normalformen

Die neuen Richtlinien zur Künstlichen Befruchtung 2017 regeln, dass Männer vor einer ICSI-Therapie von einem Arzt mit der Zusatzbezeichnung Andrologie untersucht werden müssen.

Hier finden Sie einen Andrologen in Ihrer Nähe: erweiterte Arztsuche der Kassenärztlichen Vereinigung (bitte Facharzt = Urologie Zusatzbezeichnung = Andrologie anwählen).

Zyklusmonitoring