Hodenbiopsie

Bei manchen Männern finden sich im Ejakulat keine Spermien (Azoospermie). Einige Männer rechnen bereits mit dieser Diagnose z.B. nach Operationen oder Chemotherapie, andere Männer sind vollkommen überrascht, da sie sich gesund fühlen und dies meist auch sind. Zunächst muss die Diagnose durch ein zweites Spermiogramm mit deutlichem Abstand von 2 – 3 Monaten bestätigt werden. Eine Ursache für das Fehlen der Spermien, z.B. Samenleiterverschluss oder Leistenhoden im Kindesalter, kann nicht immer gefunden werden. Eine ursächliche Therapie ist leider nicht möglich.
Zur Erfüllung des Kinderwunsches kann versucht werden, aus dem Hodengewebe Samenzellen zu gewinnen. Eine solche Hodenbiopsie wird als TESE (Testikuläre Spermienextraktion) bezeichnet. Hierzu wird in einem kurzen operativen Eingriff in Kurznarkose eine kleine Gewebeprobe aus dem Hoden entnommen und in mehreren Portionen tiefgefroren. Lassen sich nach dem Test-Auftauen einer Probenportion Spermien finden, kann eine ICSI-Behandlung geplant werden, bei der dann eine weitere Probenportion verwendet wird. Das tiefgefrorene Material ist für mehrere Behandlungszyklen ausreichend.
Natürlich kommt diese Methode auch für Männer in Betracht, die sich sterilisieren ließen und nun erneuten Kinderwunsch haben.

Wenn das Hodengewebe jedoch so stark geschädigt wurde, dass sich auch in der Hodenbiopsie keine Spermien nachweisen lassen, besteht leider keinerlei Hoffnung auf ein biologisch eigenes Kind. Diesen Paaren können mit sehr guten Erfolgschancen Therapien mit Spendersamen empfohlen werden.

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