Zyklusoptimierung / Gezielter Geschlechtsverkehr

Nur wenige Paare, die eine Kinderwunschsprechstunde aufsuchen, benötigen eine künstliche Befruchtung. Oft hilft schon eine Zyklusbeobachtung (siehe Zyklusmonitoring) mit Festlegung des optimalen Zeitraums für den Geschlechtsverkehr, um die gewünschte Schwangerschaft zu erzielen. Zur Unterstützung der Eizellreifung werden häufig Clomifentabletten gegeben (siehe Hormonstimulation). Am 10. Zyklustag erfolgt die erste Ultraschallkontrolle zur Beurteilung des Eibläschens und der Gebärmutterschleimhaut. Wenn ein Eibläschen die Größe von 18-22 mm erreicht hat, wird der Eisprung medikamentös ausgelöst. Dazu wird eine Ampulle des Hormons HCG (5000 IE) unter die Haut gespritzt. Etwa 36 Stunden später findet dann der Eisprung statt – das entspricht dem optimalen Zeitpunkt, um schwanger zu werden. Es hat sich bewährt, die HCG-Spritze (Brevactid, Predalon) um ca. 19 Uhr zu geben und an den folgenden beiden Abenden Geschlechtsverkehr zu haben. Wenn allerdings Ihre aktuellen Hormonwerte anzeigen, dass der Eisprung schon im Gange ist, wird unsere Empfehlung von diesem Muster abweichen.

In der zweiten Zyklushälfte wird die Gelbkörperfunktion medikamentös unterstützt. Dafür werden ab dem dritten Tag nach Auslösen des Eisprungs (mit der HCG-Spritze) täglich zwei Tabletten Utrogest (Progesteron) in die Scheide eingeführt. Beide Tabletten können auf ein Mal – am besten abends – genommen werden. Die Einnahme wird 14 Tage lang bis zum Schwangerschaftstest und bei positivem Ergebnis auch darüber hinaus bis in die Frühschwangerschaft fortgesetzt. Bei negativem Schwangerschaftstest setzt spätestens nach dem Weglassen der Tabletten eine Blutung ein.

Die Therapieanleitung „Verkehr zum Optimum“ finden Sie hier.

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Hormonstimulation